Gebäudetyp E – Bund will einfacher und günstiger bauen
Bauen soll billiger, schneller und pragmatischer werden: Justizministerin Stefanie Hubig und Bauministerin Verena Hubertz (beide SPD) haben den Gesetzentwurf für den sogenannten Gebäudetyp E vorgelegt. Die Idee: Wer baut, soll rechtssicher auf teure Komfortstandards verzichten können, ohne an Sicherheit und Qualität zu sparen. Die Ministerien versprechen sich dadurch Einsparungen von rund 1.000 Euro pro Quadratmeter. „Bauen muss günstiger werden, Bauen muss schneller werden“, so Hubertz – überflüssiger „Schnickschnack“ könne entfallen.
Rechtlich soll das über das Bauvertragsrecht funktionieren: Bauherrinnen und Bauherren, Architektinnen und Architekten sowie Baufirmen sollen künftig vertraglich vereinbaren können, von bestimmten Standards abzuweichen. Was Gesundheit oder Sicherheit betrifft, bleibt verbindlich; anderes lässt sich „abbedingen“. Konkret geht es etwa um etwas dünnere Betondecken, einen geringeren Trittschallschutz, unbeheizte Treppenhäuser oder sichtbaren Beton. In der Praxis, so die Ministerien, mache das für die Bewohnerinnen und Bewohner kaum einen spürbaren Unterschied.
Der Handlungsdruck ist groß: 2025 wurden nur rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt – der niedrigste Wert seit 13 Jahren. Seit dem Jahr 2000 sind die Baukosten um rund 245 % gestiegen, etwa ein Fünftel davon geht laut Fachleuten auf die Zunahme technischer Normen zurück. Der Kabinettsbeschluss zum Gebäudetyp E wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet.
Quelle: Süddeutsche Zeitung, n-tv
Heizungsgesetz: Förderung wird gekürzt – Reform hängt in Karlsruhe
Beim Heizen bewegt sich gleich an zwei Stellen etwas. Erstens: Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das Heizungsgesetz ablösen soll, sollte eigentlich noch in dieser Woche beschlossen werden. Die Fraktion Die Linke hat jedoch Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht, um die Abstimmung zu verhindern. Die Koalition will die Entscheidung aus Karlsruhe abwarten – ob das Gesetz noch vor der Sommerpause kommt, ist damit offen.
Zweitens – und für Modernisierungen unmittelbar relevant: Die staatliche Förderung für den Heizungstausch wird gekürzt. Der maximal förderfähige Betrag sinkt von 30.000 auf 28.000 Euro und danach alle sechs Monate um weitere 750 Euro; der Klimageschwindigkeitsbonus fällt weg. Die Zuschüsse werden stärker nach Einkommen gestaffelt, neu ist ein Kinderbonus (je Kind werden 10.000 Euro vom angerechneten Einkommen abgezogen). Ab 2027 sollen zudem vor allem in Europa produzierte Wärmepumpen gefördert werden.
Wichtig für die Praxis: Die neuen Förderregeln wurden im Haushaltsausschuss bereits auf den Weg gebracht und sollen sehr kurzfristig greifen – die Förderbank KfW stellt ihr Antragsportal für den Heizungstausch übergangsweise ab, bevor sie es auf die neuen Konditionen umstellt. Bereits bewilligte Förderungen bleiben unberührt. Für Eigentümerinnen und Eigentümer mit Sanierungsplänen lohnt sich damit ein genauer Blick auf den Zeitpunkt – und auf die Finanzierung des Eigenanteils.
Quelle: tagesschau
Baufinanzierung: Neugeschäft bricht im Mai ein
Das Neugeschäft in der privaten Baufinanzierung ist im Mai deutlich zurückgegangen: Laut Bundesbank-Daten um 19 % gegenüber dem Vormonat auf nur noch 17,2 Milliarden Euro. Marktbeobachterinnen und Marktbeobachter führen den Rückgang vor allem auf Vorzieheffekte in den Vormonaten zurück.
Der Hintergrund: Nach der Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran zogen die Bauzinsen an. Der effektive Jahreszins einer typischen Finanzierung mit zehnjähriger Zinsbindung stieg von rund 3,2 % auf etwa 3,7 %. Viele Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer sicherten sich daraufhin im März und April noch schnell ihre bereits zugesagten Konditionen. Entsprechend stark fiel das Neugeschäft in diesen Monaten aus – der März war mit 24,2 Milliarden Euro der stärkste Monat seit vier Jahren, der April lag mit 21,2 Milliarden Euro ebenfalls deutlich über dem Schnitt. Im Mai kehrte sich dieser Effekt um.
Quelle: Finanz-Szene
Ölpreis zieht an – Sorgen vor steigender Inflation nehmen zu
Entwicklungen im Nahen Osten beeinflussen erneut die Finanzmärkte. Seit Dienstag haben sich die Ölsorten Brent und WTI um jeweils rund 10 % verteuert. Hintergrund sind neue US-Angriffe auf den Iran. Zugleich dämpfte US-Präsident Donald Trump die Aussichten auf ein baldiges Kriegsende. Die höheren Ölpreise lassen die Sorge vor einer steigenden Inflation aufleben. Die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen kletterten wieder auf über 3 %.
„Durch die erneute Eskalation des Iran-Konflikts wird es bei den Bauzinsen nun wieder in die andere Richtung gehen. Die Anleihen-Renditen haben bereits angezogen, daher werden auch die Bauzinsen in den kommenden Tagen wieder steigen.“
– Jörg Utecht, Vorstandvorsitzender der Interhyp Gruppe & Prohyp-Geschäftsführer
Quelle: Morgenpost