Bauzinsen pendeln sich bei 4 % ein – Bessere Planbarkeit für Kaufinteressierte
Die Bauzinsen bewegen sich auf einem stabilen Niveau. Anfang August liegen die Konditionen für zehnjährige Immobiliendarlehen bei rund 4 % und damit nahezu unverändert gegenüber den vergangenen Wochen. Nach Einschätzung des Prohyp-Bankenpanels dürfte sich diese Entwicklung kurzfristig fortsetzen: Rund zwei Drittel der befragten Expertinnen und Experten rechnen in den kommenden ein bis zwei Monaten mit einer Seitwärtsbewegung, während etwa ein Drittel leichte Rückgänge für möglich hält. Damit hat sich vorerst ein neues Zinsniveau etabliert, das Immobilieninteressierten eine deutlich bessere Planbarkeit bietet als die teils heftigen Schwankungen der vergangenen Jahre.
Mit Blick auf die kommenden Monate wird die Einschätzung allerdings vorsichtiger: Die Hälfte der Panel-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer geht davon aus, dass die Bauzinsen bis zum Jahresende moderat steigen könnten. Hintergrund sind weiterhin bestehende Inflationsrisiken sowie die Erwartung weiterer geldpolitischer Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB). Viele der befragten Expertinnen und Experten rechnen derzeit damit, dass die EZB den Leitzins angesichts der Inflation nochmals anheben wird. Für Kaufinteressierte ergibt sich daraus ein gemischtes Bild: Einerseits sind die Zeiten extrem niedriger Bauzinsen vorbei, andererseits bewegen sich die aktuellen Konditionen historisch betrachtet noch immer in einem moderaten Bereich.
„Wir haben uns bei den Bauzinsen auf einem Niveau um 4 % eingependelt. Das ist das Niveau, auf das sich Immobilienkäuferinnen und Immobilienkäufer auch in den kommenden Wochen einstellen sollten“, sagt Jörg Utecht, Geschäftsführer der Prohyp. Gerade in einem Umfeld stabiler, aber anspruchsvoller Finanzierungskosten gewinnen eine frühzeitige Beratung, der Vergleich verschiedener Angebote und die Einbindung möglicher Förderungen weiter an Bedeutung.
Quelle: Prohyp GmbH
Check24 zieht sich aus der aktiven Baufinanzierungsvermittlung zurück
Deutschlands größtes Vergleichsportal Check24 stellt die eigene Vermittlung von Baufinanzierungen ein. Für Kundinnen und Kunden soll das Angebot zwar weiterhin bestehen bleiben, die eigentliche Vermittlung erfolgt jedoch nicht mehr durch Check24 selbst, sondern durch einen externen Partner. Als Grund nennt das Unternehmen „wirtschaftliche und strategische Faktoren“. Branchenbeobachterinnen und -beobachter vermuten jedoch, dass das Geschäftsfeld die hohen Erwartungen des Unternehmens zuletzt nicht erfüllt hat.
Der Schritt verdeutlicht zugleich die Herausforderungen im Baufinanzierungsmarkt. Die Vermittlung von Immobilienkrediten ist deutlich beratungsintensiver als klassische Vergleichsprodukte wie Versicherungen, Reisen oder Mobilfunktarife. Hinzu kommen steigende regulatorische Anforderungen für Banken, Vermittlerinnen und Vermittler sowie ein intensiver Wettbewerb durch spezialisierte Anbieter.
Die Entscheidung von Check24 kann daher als Zeichen für die zunehmende Spezialisierung im Baufinanzierungsmarkt gewertet werden: Während Vergleichsportale vor allem über Reichweite punkten, gewinnen Expertise, Beratungsqualität und effiziente Prozesse im Finanzierungsgeschäft weiter an Bedeutung.
Quelle: Handelsblatt
KfW weitet Förderung „Jung kauft Alt“ deutlich aus – Mehr Geld und Flexibilität
Familien mit geringem oder mittlerem Einkommen erhalten seit Anfang August deutlich bessere Förderkonditionen beim Kauf sanierungsbedürftiger Bestandsimmobilien. Im Förderprogramm „Jung kauft Alt“ steigen die maximalen Kreditbeträge je nach Kinderzahl auf 140.000 bis 180.000 Euro. Gleichzeitig profitieren Antragstellende von besonders günstigen Finanzierungskosten: Für Darlehen mit 35 Jahren Laufzeit und zehnjähriger Zinsbindung liegt der effektive Zinssatz aktuell bei lediglich 0,53 %.
Auch bei den Sanierungsanforderungen gibt es mehr Flexibilität. Statt einer umfassenden Energiesanierung können Familien die Förderbedingungen nun auch durch mehrere Einzelmaßnahmen erfüllen, etwa durch den Austausch von Fenstern, Dämmmaßnahmen oder den Einbau einer klimafreundlichen Heizung.
Ziel der Anpassungen ist es, den Erwerb von Wohneigentum für Familien attraktiver zu machen und gleichzeitig die energetische Modernisierung älterer Wohngebäude voranzutreiben. Die verbesserten Förderbedingungen könnten insbesondere in Regionen mit hohem Bestand an sanierungsbedürftigen Immobilien neue Kaufimpulse setzen.
Quelle: KfW
Immobilien in Deutschland wieder günstiger – Inflation sorgt für reale Preisrückgänge
Der deutsche Immobilienmarkt zeigt weitere Anzeichen einer Abkühlung. Zwar sind die Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum nominal leicht gestiegen, doch unter Berücksichtigung der Inflation ergibt sich ein anderes Bild: Real, also gemessen an der Kaufkraft, sind Wohnimmobilien heute weniger wert als vor einem Jahr, wie der Greix-Kaufpreisindex vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) zeigt. Demnach lagen die inflationsbereinigten Preise für Eigentumswohnungen 2,1 %, für Einfamilienhäuser 0,7 % und für Mehrfamilienhäuser 5,9 % unter dem Vorjahresniveau.
Die Entwicklung verdeutlicht, dass die Preissteigerungen am Immobilienmarkt deutlich an Dynamik verloren haben. Gleichzeitig werden inserierte Kaufpreise wieder häufiger nach unten angepasst – ein Indikator, der in der Vergangenheit regelmäßig auf eine nachlassende Preisdynamik hingewiesen hat. Regional zeigt sich jedoch kein einheitliches Bild: Während die Preise in einigen Städten wie Düsseldorf, Bonn oder Münster weiter zulegen, verzeichnen andere Standorte Rückgänge.
Für Kaufinteressierte verbessert sich damit die Situation leicht. Immobilien sind gemessen an der Kaufkraft wieder etwas günstiger geworden, während Eigentümerinnen und Eigentümer trotz nominaler Wertsteigerungen real Kaufkraftverluste hinnehmen mussten. Der Greix-Kaufpreisindex des IfW basiert auf mehr als zwei Millionen notariell beglaubigten Transaktionsdaten und gilt als wichtiger Gradmesser für die Entwicklung des deutschen Wohnimmobilienmarktes.
Quelle: DER SPIEGEL