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Archiv: Ausgabe 37 / 2026

Finanz- & Immobilienmarkt: Rückblick

EZB erhöht Leitzinsen, Bauzinsen bleiben über 4 %

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag die Leitzinsen erneut angehoben. Für Immobilieninteressierte dürfte dieser Schritt allerdings weniger entscheidend sein als die Entwicklung an den Kapitalmärkten. Denn die Bauzinsen hatten bereits in den vergangenen Wochen deutlich angezogen und liegen für zehnjährige Darlehen inzwischen bei rund 4,2 %. Der Grund dafür liegt vor allem in den gestiegenen Renditen langfristiger Staatsanleihen. Diese gelten als wichtiger Orientierungspunkt für die Preisgestaltung von Immobilienfinanzierungen. Zuletzt hatten insbesondere die erneut gestiegenen Energiepreise und die Unsicherheit infolge geopolitischer Spannungen die Sorge vor einer länger anhaltenden Inflation verstärkt. In der Folge stiegen die Renditen langfristiger Anleihen deutlich an. Dieser Anstieg wird nun zunehmend an Immobilienkäuferinnen und Immobilienkäufer weitergegeben. Wie unsicher die weitere Entwicklung derzeit ist, zeigt auch das aktuelle Prohyp-Bankenpanel.

Mit Blick auf die kommenden ein bis zwei Monate rechnen jeweils 50 % der befragten Expertinnen und Experten entweder mit weiter steigenden Bauzinsen oder mit einer Seitwärtsbewegung auf dem aktuellen Niveau. Für das Jahresende fällt das Bild noch uneinheitlicher aus: Rund ein Drittel erwartet steigende Zinsen, ein Drittel unveränderte Konditionen und ein Drittel wieder sinkende Werte.

Beschreibung des Bildes

Für Kaufinteressierte bedeutet dies vor allem eines: Die Zeit extrem günstiger Finanzierungen bleibt vorerst Vergangenheit. Gleichzeitig besteht jedoch kein Anlass für hektische Entscheidungen. Wichtiger als Spekulationen über den nächsten Zinsschritt ist eine sorgfältige Finanzierungsplanung. Neben dem Zinssatz beeinflussen auch Zinsbindung, Tilgungsrate und mögliche Förderprogramme die langfristige Belastung maßgeblich. Fest steht: Zinsen oberhalb der 4-%-Marke sind derzeit die neue Realität am Markt. Wer den Kauf einer Immobilie plant, sollte daher verschiedene Finanzierungsangebote vergleichen und die Finanzierung solide auf die eigene Lebenssituation ausrichten.

Quelle: EZB

Fertighäuser: Industrielles Bauen gewinnt weiter an Bedeutung

Fertighäuser erfreuen sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Nach aktuellen Auswertungen steigt ihr Anteil an den Baugenehmigungen kontinuierlich an. Besonders stark verbreitet ist diese Bauweise im Südwesten Deutschlands, wo Fertighäuser vielerorts längst zum festen Bestandteil des Wohnungsmarktes geworden sind. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung sind die Vorteile bei Planbarkeit und Bauzeit. Da große Teile der Gebäude industriell vorgefertigt werden, können Bauprojekte häufig schneller umgesetzt werden als im klassischen Massivbau. Gleichzeitig bieten standardisierte Prozesse mehr Kostensicherheit, was in Zeiten hoher Baukosten und knapper Fachkräfte zunehmend an Bedeutung gewinnt. Auch politisch gewinnt das Thema an Aufmerksamkeit. Angesichts des anhaltenden Wohnungsmangels wird verstärkt darüber diskutiert, wie serielle und modulare Bauweisen zur Beschleunigung des Wohnungsbaus beitragen können. Fertighäuser gelten dabei als ein wichtiger Baustein, um Wohnraum schneller und effizienter zu schaffen. Zwar können auch Fertighäuser die strukturellen Herausforderungen des Wohnungsmarktes nicht allein lösen. Die steigende Nachfrage zeigt jedoch, dass viele Bauherrinnen und Bauherren nach Alternativen suchen, um Kostenrisiken zu begrenzen und Projekte verlässlicher umzusetzen.

Quelle: Handelsblatt

Generation Z: ETF-Sparen verdrängt den Traum vom Eigenheim

Die Generation Z gilt als finanziell deutlich aufgeschlossener als frühere Generationen. Viele junge Erwachsene sparen regelmäßig und nutzen Wertpapiersparpläne für den langfristigen Vermögensaufbau. Dabei fließt ein Großteil der Sparbeiträge in breit gestreute Indexfonds. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Umfrage jedoch eine bemerkenswerte Entwicklung beim Thema Wohneigentum. Nur noch 30 % der Befragten sparen gezielt für den Erwerb einer Immobilie. Im Vorjahr waren es noch 40 %. Immer mehr junge Menschen scheinen den Traum vom Eigenheim zumindest vorläufig aufzuschieben. Das zeigt eine Umfrage, die das Institut forsa im Auftrag der ING Deutschland und Visa unter tausend jungen Menschen durchgeführt hat. Der Hintergrund ist weniger mangelndes Interesse als vielmehr die schwierige Ausgangslage. Zwar könnten viele Haushalte die laufenden Kreditraten grundsätzlich tragen, häufig fehlt jedoch das notwendige Eigenkapital für den Immobilienerwerb. Hohe Kaufpreise, gestiegene Bauzinsen und strengere Finanzierungsanforderungen erschweren den Einstieg zusätzlich. Für den Immobilienmarkt ist diese Entwicklung durchaus relevant. Wenn ein wachsender Teil der jungen Generation Vermögen primär über Wertpapieranlagen aufbaut, könnte dies langfristig Auswirkungen auf die Eigentumsbildung in Deutschland haben. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass die Bereitschaft zum Sparen unverändert hoch bleibt. Die Herausforderung besteht künftig vor allem darin, ausreichend Eigenkapital für den Schritt ins Wohneigentum aufzubauen.

Quelle: inside digital